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NLGI 2 oder NLGI 3 — wann ist die Konsistenz des Schmierfetts entscheidend?

NLGI 2 ist die am häufigsten verwendete Konsistenz für normale Lageranwendungen. NLGI 3 ist steifer und kann bei großen Lagern, vertikalen Wellen, höherer Umgebungstemperatur oder Schwingungen sinnvoll sein, wenn die Dokumentation von Lager und Produkt diese Auswahl stützt. Keine der beiden Klassen ist allgemein besser: Die NLGI-Nummer beschreibt die Konsistenz, nicht das vollständige Betriebsprofil des Schmierfetts.

KI-generierte Illustration: Offenes industrielles Lagergehäuse mit zwei Schmierfettproben unterschiedlicher Konsistenz
Inhalt · 0%Was unterscheidet NLGI 2 von NLGI 3?
  1. Was unterscheidet NLGI 2 von NLGI 3?
  2. Wann ist NLGI 2 ein sinnvoller Ausgangspunkt?
  3. Wann ist NLGI 3 sinnvoll?
  4. Warum reicht die NLGI-Klasse allein nicht aus?
  5. Ein praktisches Entscheidungsbeispiel
  6. Wie prüfen Sie die Auswahl vor dem Produktwechsel?
  7. Wie liest man Fettdaten im Molyguard-Katalog?
  8. Welche Angaben sollte eine Anfrage zur Fettauswahl enthalten?

Was unterscheidet NLGI 2 von NLGI 3?

Die NLGI-Klasse beschreibt die Konsistenz, also den Widerstand des Schmierfetts gegen Verformung. Grundlage ist die Walkpenetration bei 25°C: Sie beträgt bei NLGI 2 265–295 und bei NLGI 3 220–250 Zehntelmillimeter. Eine geringere Penetration bedeutet ein steiferes Fett, NLGI 3 ist also steifer als NLGI 2.

Das ist weder eine Skala für die Viskosität des Grundöls noch eine Qualitätsbewertung. Daraus lässt sich nicht ablesen, ob das Fett eine bestimmte Temperatur, Belastung oder Wasserbeanspruchung verträgt. Zwei Produkte derselben NLGI-Klasse können unterschiedliche Grundöle, Verdickungsmittel, Additive und Einsatzgrenzen haben.

Wann ist NLGI 2 ein sinnvoller Ausgangspunkt?

SKF nennt NLGI 2 als die häufigste Klasse für normale Wälzlageranwendungen. Weichere NLGI-1-Fette empfiehlt SKF für niedrige Umgebungstemperaturen und oszillierende Anwendungen, NLGI 3 für die im nächsten Abschnitt beschriebenen Bedingungen.

Wird das Fett über eine automatische Schmieranlage zugeführt oder arbeitet es bei niedrigen Temperaturen, prüfen Sie die Förderbarkeit und das Verhalten unter den tatsächlichen Bedingungen. Laut SKF lassen sich Fette mit niedrigerer Konsistenz besser fördern; NLGI 2 ist in einer solchen Anlage daher nicht immer die beste Wahl.

Wann ist NLGI 3 sinnvoll?

SKF empfiehlt NLGI-3-Fette für große Lager, vertikale Wellen, hohe Umgebungstemperaturen und Schwingungen. Bei einer vertikalen Welle kommt es außerdem auf die Gehäusekonstruktion an: Unterhalb des Lagers ist eine gute Dichtung, ein Abdeckblech oder eine Stauscheibe nötig, damit das Fett das Lager nicht verlässt. NLGI 3 hilft dann, Fettverluste zu verringern.

Bei Schwingungen reicht Steifigkeit allein nicht aus. SKF weist darauf hin, dass das Fett eine gute mechanische Stabilität braucht, damit es unter Schwingungen und Scherung weder verhärtet noch erweicht; eine höhere Konsistenz kann helfen, garantiert das aber nicht. Eine höhere NLGI-Klasse bedeutet auch keine höhere Grundölviskosität. Bei niedrigen Temperaturen kann ein steiferes Fett die Drehung des Lagers und die Ölabgabe behindern. NLGI 3 ist daher sinnvoll, wenn die Betriebsbedingungen und die Empfehlungen des Lager- oder Maschinenherstellers dafür sprechen.

Warum reicht die NLGI-Klasse allein nicht aus?

Grundöl und Verdickungsmittel prüfen

Das Grundöl unterstützt die Bildung des Schmierfilms, während das Verdickungsmittel dazu beiträgt, das Produkt an der Schmierstelle zu halten. Ihre Eigenschaften beeinflussen das Verhalten bei Temperatur, Scherung, Belastung und Kontakt mit Wasser. Die NLGI-Klasse ersetzt diese Informationen nicht.

Prüfen Sie vor einem Produktwechsel die Verträglichkeit mit dem bisher verwendeten Fett. Die gleiche NLGI-Klasse garantiert sie nicht. SKF warnt, dass sich beim Mischen unverträglicher Fette die Konsistenz deutlich ändern kann; austretendes oder verhärtetes Fett kann dann das Lager schädigen. Wenn die Dokumentation keine Mischbarkeit bestätigt, planen Sie den Wechsel mit Reinigung oder Ausspülen des alten Fetts nach dem Betriebsverfahren.

Temperatur, Drehzahl und Einbaulage berücksichtigen

Für die Auswahl benötigen Sie mindestens Lagertyp und Lagerbezeichnung, Drehzahl, Belastung, Betriebstemperatur, Abdichtung, Wellenlage, Schwingungen und die Art der Fettzufuhr. Bei hoher Temperatur vergleichen Sie die tatsächliche Lagertemperatur und die Grundölviskosität mit den Katalogdaten. SKF weist darauf hin, dass die Temperaturgrenzen der Fetthersteller auf den chemischen Eigenschaften des Fetts beruhen und nicht bedeuten, dass das Fett das Lager im gesamten Bereich ausreichend schmiert.

Ein praktisches Entscheidungsbeispiel

Nehmen wir an, an zwei Stellen muss Fett nachgefüllt werden. Bei einem horizontalen Lager mit normaler Betriebstemperatur und üblicher Fettzufuhr kann NLGI 2 ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Bei einem großen Lager auf einer vertikalen Welle, das Schwingungen und höherer Umgebungstemperatur ausgesetzt ist, kann NLGI 3 geprüft werden, aber erst nach Kontrolle der Gehäusekonstruktion, der Herstellerangaben und der Förderbarkeit.

Wenn das Fett aus dem zweiten Lager gedrückt wird, ist der Wechsel von NLGI 2 zu NLGI 3 noch keine Diagnose. Prüfen Sie zuerst Menge, Intervall, Temperatur, Zustand der Dichtung und das mechanische Verhalten des Fetts. Wird das Fett durch Schwingungen zu weich, empfiehlt SKF ein Fett mit besserer mechanischer Stabilität oder ein steiferes Fett bis NLGI 3.

Wie prüfen Sie die Auswahl vor dem Produktwechsel?

  1. Schmierstelle identifizieren. Erfassen Sie Lagertyp, Bezeichnung, Abmessungen und Einbaulage sowie die Maschinendaten.
  2. Betriebsbedingungen erfassen. Messen oder bestätigen Sie Temperatur, Drehzahl, Belastung, Schwingungen, Feuchtigkeit und mögliche Verunreinigungen.
  3. Datenblatt vergleichen. Prüfen Sie NLGI, Grundölviskosität, Verdickungsmittel, Temperaturbereich, Wasserbeständigkeit, mechanische Stabilität und Zuführmethode.
  4. Mischbarkeit bestätigen. Prüfen Sie in der Dokumentation beider Produkte, ob das neue Fett mit dem bisherigen gemischt werden darf.
  5. Menge und Kontrolle festlegen. Richten Sie Menge und Intervall nach der Dokumentation von Lager, Maschine oder Dosiersystem und beobachten Sie nach dem Wechsel Temperatur, Schwingungen und Leckage.

Wie liest man Fettdaten im Molyguard-Katalog?

Im Molyguard-Katalog 2022 hat IVORY HT die NLGI-Klasse 2 und ein synthetisches Grundöl mit der Angabe ISO 460. Es ist für Lager bei hoher Temperatur, extremem Druck und in Gegenwart von Chemikalien, Wasser oder Dampf vorgesehen. Die Eignung für hohe Belastungen führt der Katalog auf eine spezielle, druckbeständige Seife zurück. Wenn Sie Produkte in der Kategorie Lagerfette vergleichen, lesen Sie die NLGI-Klasse zusammen mit Grundöl, Verdickungsmittel und den Bedingungen an Ihrer Schmierstelle.

Welche Angaben sollte eine Anfrage zur Fettauswahl enthalten?

Geben Sie in Ihrer Anfrage die Lagerbezeichnung, Wellenlage, Drehzahl, Belastung, Temperatur, Zuführmethode, das aktuelle Produkt, Menge und Intervall sowie die Symptome an, die zur Prüfung geführt haben. Sie können diese Angaben über die Kontaktseite von TC Kolor senden. Damit lässt sich beurteilen, ob der Unterschied zwischen NLGI 2 und NLGI 3 an dieser Stelle relevant ist.

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